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Special | Australien | Klimaschutzatlas

Klimaschutz-Atlas

Land- und Forstwirtschaft: Potenziale für Kohlenstoffspeicherung

Australien erforscht innovative Lösungen für eine Reduzierung des Methanausstoßes sowie zur Kohlenstoffspeicherung. Landwirte verdienen gut mit Kompensationsmaßnahmen.

Von Heiko Stumpf | Sydney

Rund 47 Prozent der Landfläche Australiens, etwa 363 Millionen Hektar, werden aktiv landwirtschaftlich genutzt. Weidewirtschaft macht mit 91 Prozent den größten Anteil aus. Im Jahr 2021 trug der Agrarsektor über 15 Prozent zu den Treibhausgasemissionen bei. Problematisch ist dabei insbesondere Methan. Mit 61,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO₂)-Äquivalent gingen 2021 knapp 50 Prozent des landesweiten Methanausstoßes auf die Landwirtschaft zurück.

Hauptverursacher von Methan ist die Viehzucht. Die Regierung treibt speziell die Erforschung von Futtermittelzusätzen voran, welche die Entstehung von Methan reduzieren. Im Rahmen des "Methane Emissions Reduction in Livestock Program" stehen hierfür rund 20 Millionen US-Dollar (US$) bereit. 

Ein besonderes Augenmerk liegt auf Futterzusätzen aus Rotalgen der Art Asparagopsis. Diese gedeiht vorwiegend in den Küstengewässern von Tasmanien. Forschungsarbeiten der Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO) haben bereits gezeigt, dass Futterzusätze aus Asparagopsis den Methanausstoß in der Rinderzucht um 80 bis 95 Prozent senken. Kommerzialisiert wird diese Technologie durch das von CSIRO gegründete Unternehmen Future Feed. Mehrere Anbaulizenzen wurden bereits vergeben. In Tasmanien hat beispielsweise das Unternehmen Sea Forest bereits mit dem Anbau begonnen und kooperiert mit dem neuseeländischen Molkereiriesen Fonterra.

Kohlendioxidspeicherung und Smart Farming sind wichtige Themen

Weiterer Forschungsschwerpunkt ist die Speicherung von Kohlenstoff im Boden. Nach von Klimaschützern teils hinterfragten Studien besteht in Australien ein Speicherpotenzial von bis zu 100 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten pro Jahr. Über verschiedene Förderprogramme wie der "National Soil Carbon Innovation Challenge" stehen 35 Millionen US$ an Fördermitteln bereit.

Die Landwirtschaft ist auch Hauptnutznießer des "Emissions Reduction Fund" (ERF), welcher freiwillige Klimaschutzmaßnahmen fördert. Über 80 Prozent der geförderten Projekte fallen in Bereiche wie Aufforstung, Management von Buschfeuern oder landwirtschaftliche Methoden wie "Soil Carbon" (Speicherung von Kohlenstoff im Boden). Für die Landwirte ist dies eine zusätzliche Einnahmequelle. Im Bereich der Landwirtschaft und -nutzung wurden bereits rund 1.200 Klimaschutzprojekte über den ERF gefördert.

Zur Abmilderung der Folgen des Klimawandels investieren australische Farmer in Smart-Farming-Lösungen. Innovative Technologien für vorausschauende Entscheidungen wie Drohnen, Satellitenbilder und Sensoren zur Überwachung von Einflussfaktoren wie Bodenfeuchtigkeit oder Pflanzenwachstum sind sehr gefragt. Die klimatischen Verhältnisse auf dem roten Kontinent sind schon immer durch eine sehr hohe Variabilität geprägt. Durch die globale Erwärmung werden Extreme wie Dürren, Buschfeuer und Starkregen mit Überflutungen zunehmen.

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