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Special Ghana Coronavirus

Konjunktur und wichtige Branchen

Insgesamt ist die Wirtschaft bislang besser durch die Krise gekommen als erwartet. Für 2022 stehen die Zeichen wieder auf Wachstum. (Stand: 04.03.2022)

Von Corinna Päffgen | Accra

Entgegen vieler Erwartungen ist ein großer Covid-19-Ausbruch in Ghana, wie in vielen afrikanischen Ländern, ausgeblieben. Nach einem starken Anstieg Ende Dezember 2021 befindet sich das Infektionsgeschehen mit weniger als 150 Neuinfektionen pro Woche mittlerweile wieder auf einem niedrigen Niveau.

Impfquote noch gering

Die Corona-Impfungen kommen nur langsam voran. Vollständig geimpft sind etwa 15 Prozent (4,8 Millionen Personen), eine Erstimpfung haben bislang rund 25 Prozent der Bevölkerung (7,7 Millionen Personen) erhalten. Noch mangelt es an Impfstoff, die bislang verimpften Dosen stammen zum großen Teil von der Covid-19 Vaccines Global Access Initiative (COVAX) sowie aus internationalen Spenden. 

Künftig wird Ghana vom deutschen Biotechnologieunternehmen BioNTech Unterstützung bei dem Aufbau einer eigenen Impfstoffproduktion erhalten. 

Wirtschaftswachstum auch während Pandemie

Die wirtschaftlichen Auswirkungen für Unternehmen fielen je nach Branche und Etablierungsgrad unterschiedlich aus. Den Rückzug aus dem ghanaischen Markt aufgrund der Coronakrise hat bislang kein deutsches Unternehmen beschlossen. Im Gegenteil, trotz der Krise konnten einige Firmen neue Aufträge gewinnen. Zudem planen einige deutsche Unternehmen in Ghana eine Niederlassung zu gründen. Insgesamt wurde die ghanaische Wirtschaft im Vergleich zu anderen afrikanischen Volkswirtschaften weniger stark durch die Auswirkungen der Pandemie getroffen und konnte sogar im Coronajahr 2020 leicht um real 0,4 Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP) wachsen. Entsprechend positiv sind die Erwartungen für 2022 und die Folgejahre.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert derzeit ein reales  Wachstum des BIP von 6,2 Prozent. Die Economist Intelligence Unit (EIU) geht etwas weniger optimistisch von 5,2 Prozent aus. Besonders der Agrarbereich dürfte weiterhin solide wachsen. Zudem kann Ghana von den stark steigenden Rohstoffpreisen für Gold und Öl profitieren.

Agrar- und Dienstleistungsbereich mit Potenzial

Als in der Coronakrise resilient hat sich vor allem der Agrarsektor erwiesen. Befürchtungen, dass es zu Nahrungsengpässen kommen könnte, haben sich glücklicherweise nicht bewahrheitet. Im Gegenteil: Die lokale Nahrungsmittelproduktion konnte kontinuierlich gesteigert werden. Real hat der Agrarsektor nach Schätzung der EIU im Jahr 2021 ein BIP-Plus von 10 Prozent erreicht. Für das Jahr 2022 wird ein Wachstum von 7 Prozent erwartet.

Gewachsen - trotz Coronakrise - ist zudem der Dienstleistungssektor. Vor allem der IKT-Sektor konnte ordentlich zulegen, wohingegen das Hotel- und Gastgewerbe gelitten haben. Mittlerweile hat sich die Branche aber wieder erholt und kann leichte Steigerungen vorweisen.

Konsum nimmt wieder zu

Der private Konsum nimmt wieder leicht zu. Für 2022 und 2023 rechnet die EIU mit einem realen Anstieg um 4,7 beziehungsweise 5,2 Prozent des BIP. 

Die breite Masse leidet jedoch unter steigenden Benzin- und Transportpreisen. Insgesamt liegt die Inflation mit fast 14 Prozent über der seit Jahren zwischen 7 und 12 Prozent schwankenden Teuerungsrate. Der unter Druck stehende Ghana-Cedi (GHc) verteuert zudem die Importe, was die Preise weiter steigen lassen dürfte.

Die Pläne der Regierung, neue Abgaben in Form eines E-Levy einzuführen, schüren den Unmut der Bevölkerung und dürften bei einer entsprechenden Umsetzung für eine weitere Zurückhaltung bei den Verbrauchern sorgen.

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