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Frankreich hilft Unternehmen in der Ukraine
Frankreich und die Ukraine bringen eine Reihe bedeutender Wiederaufbauvorhaben im Bereich der kritischen Versorgungsinfrastruktur auf den Weg.
02.04.2025
Von Waldemar Lichter | Warschau
Es geht um 19 Wiederaufbauprojekte in den Sektoren Energie, Gesundheit, Wasserver- und Abwasserentsorgung sowie Wohnungswesen. Ein Schwerpunkt ist auch die humanitäre Minen- und Kampfmittelräumung. Beide Regierungen einigten sich im März 2025 darauf, dass die von Frankreich bezuschussten Projekte vorrangig in den besonders vom Krieg betroffenen Regionen Charkiw, Dnipropetrowsk und Saporischschja durchgeführt werden.
Direkt für Projekte im Rahmen der französischen Finanzierung bewerben können sich deutsche Unternehmen nur über ihre französischen Dependancen. Solche, die bereits in der Ukraine tätig sind oder dort eine Fertigung unterhalten, können ferner durch Zulieferungen oder Kooperationen mit französischen oder ukrainischen Partnern indirekt profitieren.
Laut Julija Swyrydenko, erste stellvertretende Ministerpräsidentin und Wirtschaftsministerin der Ukraine, wurde vereinbart, dass bis zu 50 Prozent der zur Verfügung gestellten Mittel für den Kauf ukrainischer Güter und Dienstleistungen verwendet würden. Die Projekte selbst würden in enger Zusammenarbeit mit französischen Unternehmen durchgeführt, die in der Ukraine aktiv sind.
Analog zu den Investitionsgarantien und Exportkreditgarantien des Bundes bietet die Exportkreditagentur Bpifrance Assurance Export eine Absicherung von bis zu 95 Prozent der Verluste bei politischen oder militärischen Risiken. Neben den bis 2027 von der französischen Entwicklungsagentur Agence Française de Développement (AFD) zugesagten 400 Millionen Euro an Darlehen und 50 Millionen Euro an Zuschüssen für den Wiederaufbau, bietet ihr Tochterunternehmen Proparco privatwirtschaftlichen Akteuren zusätzliche Handelsgarantien, Darlehen und Co-Finanzierungen mit Institutionen wie der Europäischen Investitionsbank (EIB).