Sie sind ein ausländisches Unternehmen, das in Deutschland investieren möchte?

Branche kompakt | Indonesien | Medizintechnik

Digital Health

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens ist ein wichtiges Anliegen der Regierung, auch private Institutionen engagieren sich. Eine einheitliche Datenbasis entsteht langsam.

Von Oliver Döhne | Jakarta

Laut Regierung ist Digital Health ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsplanung, auch wenn dafür kein genau beziffertes Budget bekanntgegeben wurde. Dazu hat das Gesundheitsministerium ein Digital Transformation Office eingerichtet, das den Gesundheitssektor anhand folgender vier Achsen modernisieren soll: nutzerbasierte Technologieentwicklung, nationale Gesundheitsdatenintegration, Aufbau technologischer Kapazitäten und datengetriebene Politikgestaltung.

Weiterentwicklung bei elektronischen Gesundheitsakten und zentraler Datenplattform

Fortschritte sind bei der Einführung der elektronischen Patientenakte EMR (Electronic Medical Record) zu verzeichnen. Zwar waren nicht, wie geplant, Ende 2023 alle Krankenhäuser im Stande, ihre EMR in die einheitliche Plattform Satusehat ("eine Gesundheit") zu integrieren, aber immerhin rund 60 Prozent. Anfang 2025 waren 98,6 Prozent der Gesundheitsinstitutionen an Satusehat angeschlossen, auch wenn bei der Datenmigration und Interoperabilität offenbar noch Herausforderungen bestehen und die technische Infrastruktur oft noch ein Flaschenhals ist. Die Integration der EMR ist nur ein Teil des weiterreichenden Projekts einer einheitlichen Gesundheitsplattform

Private Plattform-Projekte in Expansion

Telemedizin und Fernbehandlung zeichnen sich in Indonesien perspektivisch als interessante Betätigungsfelder ab. Bis 2024 hat die Regierung telemedizinische Dienstleistungen auf circa 15 Millionen Personen in ländlichen Regionen ausgeweitet. Eine Internetdurchdringungsrate von mittlerweile etwa 77 Prozent ermöglicht es Dienstleistern, Telemedizin-Plattform-Services anzubieten, überfüllte Krankenhäuser zu entlasten und auch Patienten in abgelegeneren Landesteilen zu behandeln. Diese Entwicklung hat zu einer ansteigenden Nachfrage nach telemedizin-kompatiblen Geräten geführt, wie zum Beispiel tragbaren Diagnose-Tools und Fernüberwachungssystemen.

Ein erfolgreicher Digital Health-Plattform-Anbieter ist Halodoc, der Patienten und Ärzte für Telekonsultationen verbindet. Halodoc kooperiert bereits mit zahlreichen Krankenhäusern und Privatkliniken. Lifepack ist ein digitales Apothekenökosystem, das in Zusammenarbeit mit Gesundheitsdienstleistern einen verbesserten Zugang zu Medikamenten und Gesundheitsdienstleistungen verspricht. Zi.CAre bietet eine Software-as-a-Service-basierte Plattform für elektronische Gesundheitsakten, die in Zusammenarbeit mit Gesundheitseinrichtungen die administrativen Abläufe und klinischen Prozesse effizienter gestaltet und die Qualität erhöht. 

Multinationale Konzerne unterstützen Krankenhäuser bei Digital-Health 

Besonders die privaten Krankenhäuser zeigen Interesse an technischer Unterstützung beim digitalen Übergang. So kooperiert Siemens Healthineers unter anderem mit den Krankenhausketten Mayapada Healthcare und Hermina Hospitals sowie dem Bali International Hospital bei fortgeschrittenen Medical Imaging Data Management und Lösungen für die digitale Transformation. GE ist ebenfalls Partner vieler Gesundheitsinstitutionen beim Thema Digital Health und arbeitet im Projekt National Imaging Data Respository (NIDR) auch mit der Regierung zusammen, um über ein cloudbasiertes Datawarehouse auch Patienten in abgelegeneren Landesteilen betreuen zu können. Philips unterhält Partnerschaften mit zahlreichen Krankenhäusern, um Telehealth-Lösungen und Fernüberwachungssysteme zu implementieren, unter anderem mit der Siloam Hospitals Group. Diese Kooperation zielt auf KI-gesteuerte Anwendungen ab.

Marktzugang mit einigen Hürden

Digital-Health-Lösungen müssen in Indonesien mit den umfangreichen örtlichen Regularien abgestimmt sein und sind an entsprechende Genehmigungen durch das Gesundheitsministerium und andere einschlägige Behörden gebunden. Das gilt sowohl für die eingesetzten medizintechnischen Geräte als auch für die verwendete Software. Indonesien besitzt außerdem recht strenge Regularien bezüglich Datenschutz und -sicherheit. Ausländische Firmen sollten besonders darauf achten, dass ihre Digital-Health-Lösungen den Regeln entsprechen, besonders was die Behandlungen und Speicherung von Patientendaten betrifft. Dazu kommt die übliche Bevorzugung lokaler Geräte, beziehungsweise Auflagen an einen lokalen Mindestanteil. Bestimmte Digital-Health-Lösungen erfordern womöglich auch eine Spezialgenehmigung. Trotz einer generellen Liberalisierung im Gesundheitssektor und die generelle Betätigungsfreiheit auch für ausländische Firmen, können auch in privaten Kliniken zum Teil noch individuelle Beschränkungen für ausländische Eignerschaft bestehen. Ausländische Firmen sind oft verpflichtet, mit lokalen Partnern zu kooperieren, zum Beispiel als Joint Venture. 

Dieser Inhalt gehört zu

nach oben
Feedback
Anmeldung

Bitte melden Sie sich auf dieser Seite mit Ihren Zugangsdaten an. Sollten Sie noch kein Benutzerkonto haben, so gelangen Sie über den Button "Neuen Account erstellen" zur kostenlosen Registrierung.