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Special | Bahrain | Start-ups

Bahrains Start-up-Szene entwickelt sich dynamisch

Bahrain hat gute Rahmenbedingungen für Gründer geschaffen und ist vor allem bei Fintech-Unternehmen beliebt.

Von Heena Nazir | Dubai

Das Königreich will ein wichtiger Hub für Start-ups in der Region bleiben. In den vergangenen Jahren entstanden viele Jungunternehmen. Heute gibt es rund 200 Start-ups im Land, sie haben mehr als 1.000 Arbeitsplätze geschaffen. Etwa 34 Acceleratoren, Inkubatoren und Regierungsstellen unterstützen die Gründer bei ihren Vorhaben.

Und die Entwicklung hält weiter an: So gelang es dem Golfstaat, im Global Start-up Ecosystem Index 2021 von StartupBlink auf Platz 66 zu klettern. Dies bedeutet eine Verbesserung um neun Plätze im Vergleich zum Vorjahr. Im Nahen Osten liegt das Emirat auf Platz vier, ein überzeugender Ausdruck regionaler Stärke für ein Land, das mit rund 750 Quadratkilometern etwas kleiner als das Hamburger Stadtgebiet ist und 1,5 Millionen Einwohner hat.

Der Staat am Golf schuf die Voraussetzungen für eine blühende Start-up-Landschaft, beispielsweise indem überall im Land in schnelles Internet investiert wurde. Bereits 98 Prozent der Bürger Bahrains nutzen das Internet. Laut einer Studie des World Economic Forum wird dieser Wert nur von zwei anderen Ländern der Welt übertroffen. Das schnelle 5G-Netz steht Mobilfunknutzern flächendeckend zur Verfügung.

Regierung unterstützt Finanzierung

Start-ups profitieren auch von einer Reihe von staatlich unterstützten Initiativen. Tamkeen, eine halbautonome Regierungsbehörde, gewährt beispielsweise Finanzierungshilfen. Die Programme Tamweel und Tamweel+ bieten Zugang zu islamkonformen Krediten. Riyadat Finance unterstützt Gründerinnen bei ihren Vorhaben.

Zu den weiteren Finanzierungsquellen gehören der 2018 ins Leben gerufene Al Waha Fonds in Höhe von 100 Millionen US-Dollar (US$); der bahrainischen Start-ups Risikokapitalhilfe bietet; die Bahrain Development Bank (BDB), die Anschubfinanzierung für tragfähige Projekte bereitstellt; C5 Capital, ein Fonds, der sich auf Cybersicherheit, künstliche Intelligenz und Cloud Computing konzentriert; Tenmou, Bahrains erstes Business-Angel-Unternehmen, das bis November 2019 in mehr als 2.200 Unternehmen weltweit investiert hat. Batelco, Microsoft und Zain führen auch Unterstützungsprogramme für Start-ups im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie durch.

Jungunternehmen profitieren zudem von Lohnsubventionen und von einem liberalen Steuersystem. Für die meisten Privatunternehmen sind ihre Geschäftstätigkeiten steuerfrei. So sollen nachhaltig Investoren angelockt werden. Zusätzlich haben Start-ups in Bahrain die Möglichkeit, Wandelanleihen zu sehr günstigen Konditionen für ihre Mittelbeschaffung zu nutzen.

Fokus liegt auf Fintech-Sektor

Eine besonders starke Rolle in der Start-up-Szene Bahrains spielt die Finanztechnologie (Fintech). Auch hier sorgte das Emirat für gute Grundlagen. Beispielsweise wurde das nötige Mindestkapital zur Gründung eines Fintech-Start-ups im Jahr 2019 von 50.000 US$ auf symbolische 100 US$ reduziert.

Der Hub Bahrain FinTech Bay (BFB) hat mehr als 100 lokale und internationale Partner angezogen, 15 Unternehmen gegründet und 8 ausführliche Ökosystemberichte veröffentlicht. Seine Venture Acceleration Plattform wurde entwickelt, um das Wachstum von Fintech-Unternehmen zu fördern.

Beispielsweise gibt es eine Kooperation zwischen BFB und der FinTech Association of Israel, um die Kommunikation zwischen Unternehmern und Investoren in beiden Ländern zu erleichtern. Mit Erfolg: Im Februar 2021 sicherte sich die Open-Banking-Plattform Tarabut Gateway eine Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 13 Millionen US$. Bahrains Al Waha Fonds investiert 50 Millionen US$ in den sektorspezifischen Fonds VentureSouq.

Konkurrenz aus anderen Golfstaaten wächst

Andere Länder in der Region bieten sehr gute Bedingungen für Start-ups. Doch keines unterstützt seine Neugründer mit derart hohem Kostenaufwand für den Staatshaushalt. Und die Strategie des Königreichs scheint aufzugehen: Auch wenn der Wettbewerb in den anderen Golfstaaten ebenfalls stark wächst, entscheiden sich viele Investoren aufgrund der günstigen Voraussetzungen für Start-ups mit Standort in Bahrain. Entgegen globaler Trends verzeichnete das Land im Jahr 2020 einen Anstieg ausländischer Direktinvestitionen um 3,3 Prozent auf 31 Milliarden US$.

Je nach Geschäftsfeld, Angebot und Hauptzielgruppen wirkte die Coronavirus-Pandemie sehr unterschiedlich auf die Start-up-Szene Bahrains. Einige der jungen Unternehmen wurden hart getroffen, andere konnten dagegen ihre Marktposition unter den geänderten Geschäftsbedingungen weiter ausbauen.

Dies betrifft hauptsächlich Start-ups aus den Bereichen Kommunikation, Bildung, Gesundheitswesen, Versorgung und Unterhaltung. In diesen Sektoren gibt es zahlreiche Neugründungen, deren Geschäft in der Pandemie florierte. Um die Start-up-Szene auch in Krisenzeiten weiter voranzubringen, subventioniert die Regierung das Einrichten von Onlineshops. Zudem legte sie ein umfassendes Konjunkturprogramm auf, das vor allem kleinen Unternehmen zugutekommt.

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