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Branche kompakt | Marokko | Windenergie

Sektor kann weiter auf Rückenwind zählen

Bei den ambitionierten grünen Energiezielen Marokkos kommt der Windenergie eine tragende Rolle zu. Die Regierung wird den Ausbau weiter unterstützen.

Von Michael Sauermost | Casablanca

  • Marktüberblick

    Die Voraussetzungen für einen weiteren Ausbau der Windenergie sind gut. Angesichts der großen Ambitionen des Königreichs dürften die Herausforderungen gemeistert werden.

    Markttreiber und -hemmnisse

    Treiber

    Hemmnisse

    Hervorragende Ressourcen und gute infrastrukturelle Voraussetzungen

    Administrative und finanzielle Hürden sowie Liquiditätsengpässe

    Ambitionierte nationale Ausbauziele für Windenergie, auch vor dem Hintergrund der Power-to-X-Strategie

    Markt für mittelgroße Anlagen noch nicht hinreichend organisiert

    Erfahrung mit Projekten; schlummerndes Potenzial im Offshore-Segment

    Strategie für industrielle und technologische Entwicklung noch unausgegoren

    Quelle: Analyse von Germany Trade & Invest

  • Politische Ziele

    Mit Großprojekten macht sich Marokko auf den Weg, die ambitionierten Vorgaben für den Energiemix zu erreichen.

    Windenergie steht hoch im Kurs

    Marokko hat Ende 2021 einen neuen, langfristigen  Nachhaltigkeitsfahrplan vorgestellt. In der Low Carbon Strategy 2050 legt das Ministère de l´Énergie et des Mines, de l´Eau et du Développement Durable seine ehrgeizige Messlatte weiter nach oben.

    Bereits im Jahr 2009 kündigte Marokko an, bis 2030 rund 42 Prozent seines Strombedarfs aus erneuerbaren Energien (EE) zu decken. Das im Jahr 2015 folgende Strommixziel strebte bis 2030 einen EE-Anteil von 52 Prozent an der gesamten installierten Leistung an. Die neue Roadmap nimmt eine EE-Quote von 70 Prozent bis 2040, und von 80 Prozent bis 2050, ins Visier.

    Nach Angaben des Energieministeriums hat Marokko Potenzial für 25 Gigawatt an Windkraft. Derzeit verfügt Marokko mit einer installierten Kapazität von mehr als 1,4 Gigawatt über den zweitgrößten Windkraftausbau auf dem afrikanischen Kontinent nach Südafrika. Die nationale Behörde zur Strom- und Wasserversorgung Office National de l´Électricité et de l´Eau Potable (ONEE) strebt bis 2030 eine installierte EE-Kapazität von 10 Gigawatt an. Davon sollen etwas mehr als 4 Gigawatt aus der Windkraft kommen.

    Installierte und prognostizierte Kapazität Wind 2015 bis 2030

    Jahr

    Onshore Windkapazität (in Gigawatt)

    2015

    0,9

    2016

    0,9

    2017

    1,0

    2018

    1,2

    2019

    1,2

    2020

    1,4

    2030 *)

    4,1

    *) Ziel für 2030 nach Angaben des ONEEQuelle: International Renewable Energy Agency; ONEE

    Staatliche Förderungen für Windenergie und Power-to-X

    Die Regierung legte im November 2021 ein neues, integriertes Förderprogramm für den Windenergiesektor auf. Demnach sollen bis zum Jahr 2024 rund 1,6 Milliarden US-Dollar (US$) in den Ausbau von Windenergie investiert werden. Dabei handelt es sich Pressemeldungen zufolge um verschiedene Windparkprojekte, die an unterschiedlichen Orten realisiert werden sollen. Insgesamt könnte es bei dem integrierten Windenergieprogramm um einen Kapazitätsausbau von 1 Gigawatt gehen.

    Bei den ehrgeizigen Plänen handelt es sich laut Energieministerium nicht um übertriebenen Optimismus. Der kontinuierliche Rückgang der Kosten für EE und Speichertechnologien unterstützt die realisierbaren Ziele in Marokkos eingeschlagener Strategie. Die Regierung verweist zudem auf einen investitionsfreundlichen Regulierungsrahmen, der sich bislang erfolgreich bei großen Solar- und Windprojekten und damit zusammenhängenden privaten Investitionen bewährt habe.

    Die marokkanische Agentur für nachhaltige Energie Moroccan Agency for Sustainable Energy (MASEN) steuert die inländischen Großprojekte. Für im Königreich aktive Branchenunternehmen gewinnen mittelfristig zudem afrikanische Auslandsmärkte an Bedeutung. Hierbei geht es auch um technische Hilfe und Beratung. Windenergie spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle für die Produktion von grünem Wasserstoff im Rahmen von Marokkos Power-to-X-Strategie.

    Von Michael Sauermost | Casablanca

  • Marktorganisation

    Die Struktur des marokkanischen Stromsektors ist recht klar geregelt. Die EE steuert ein Hauptakteur.

    Staatliche Behörde als zentrale Anlaufstelle

    Die marktsteuernde Institution im Stromsektor ist die nationale Behörde zur Strom- und Wasserversorgung ONEE. Diese Institution ist dem Energieministerium untergeordnet und verantwortlich für Produktion, Transport und Verteilung von Strom. Konzessionen zur Stromerzeugung von staatlichen oder privaten Unternehmen werden vom ONEE erteilt. Neben dem ONEE agieren drei unabhängige Stromerzeuger: Jorf Lasfar Electricity Company (JLEC), Compagnie Eolienne du Détroit (CED) sowie Energie électrique de Tahaddart (EET).

    Zusätzlich zum ONEE ist die im Jahr 2010 gegründete marokkanische Agentur für nachhaltige Energie MASEN der Hauptakteur im Bereich der EE. Sie ist in allen Phasen der Entwicklung von ausschließlich größeren Projekten präsent – von der Planung, Finanzierung bis hin zum Betrieb. Die Umsetzung der Großvorhaben erfolgt durch multinationale, öffentlich-private Partnerschaften.

    Was die Distribution von Strom betrifft, so hat das ONEE grundsätzlich das Monopol. Die Versorgung erfolgt für etwa die Hälfte der Nutzer über das ONEE direkt, etwa 15 bis 20 Prozent erhalten ihren Strom über öffentliche Unternehmen. Die verbleibenden 30 bis 35 Prozent entfallen auf die vier privaten, lokalen Versorgungsunternehmen Lydec, Rédal, Radeema sowie Amendis. Diese agieren vor allem in städtischen Ballungsgebieten.

    Unternehmen hoffen auf liberalere Einspeisung

    Das Gesetz 13-09 setzte 2010 einen ersten Rahmen für die Integration von EE. Durch das Erweiterungsgesetz 58-15, das 2016 in Kraft trat, soll auch eine Öffnung des Strommarktes für EE in Mittel- und Niedrigspannung gewährleistet werden. Grundsätzlich ist die Einspeisung in das Mittelspannungsnetz möglich. Die konkreten Durchführungsbestimmungen des ONEE seien jedoch immer noch unklar, kritisieren ausländische Branchenkenner. Außerdem fehle ein anwendbares Vergütungsschema. Die angekündigte Öffnung des Niederspannungsnetzes lässt noch auf sich warten.

    Für Gewerbe- und Industriebetriebe ist die Selbstversorgung mit Strom ein spannendes, jedoch noch vergleichsweise neues Geschäftsfeld. Private Investoren in EE können ihren Produktionsüberschuss an das öffentliche Stromnetz verkaufen. Allerdings ist dies an strenge Vorgaben geknüpft: Sie müssen für 80 Prozent der Stromerzeugung Abnehmer vorweisen. Erst dann nimmt das ONEE die verbleibenden 20 Prozent der Jahresproduktion ab. Der Strom kann auch an private Kunden verkauft werden. Branchenvertretern zufolge sind dabei die Rahmenbedingungen relativ liberal: Es wird eine Lizenz vergeben, wenn es Vertragskunden gibt. Diese müssen allerdings in Eigenregie akquiriert werden.

    Von Michael Sauermost | Casablanca

  • Marktchancen

    Marokkos stabile Windverhältnisse sowie die ambitionierten Ziele der Regierung machen den Sektor für Investoren interessant. Auch im Offshore-Bereich besteht Potenzial.

    Nach erfolgreichen Großvorhaben wartet Nachschub

    Marktchancen für ausländische Unternehmen im marokkanischen Windsektor ergeben sich vor allem aus den von der Regierung gesteuerten Großprojekten. Als weiterer Meilenstein in Marokkos Windenergiesektor reiht sich das mit einer Kapazität von 210 Megawatt ausgestattete Projekt Midelt in die Liste erfolgreicher Vorhaben ein. Laut ONEE erforderte das Vorhaben innerhalb der zweijährigen Konstruktionsphase Investitionen von rund 280 Millionen US$. Das Projekt ist Teil des integrierten 850-Megwatt-Windenergieprogramms, das vier Standorte umfasst: Boujdour (300 Megawatt), Tiskrad (Tarfaya, 100 Megawatt), Midelt (2 Megawatt) und Jbel Lahdid (Essaouira, 270 Megawatt).

    Ausgewählte Windenergieprojekte in Marokko

    Projektbezeichnung, Standort

    Leistung (in Megawatt)

    Unternehmen

    Status

    Investitionsvolumen
    (in Millionen US$)

    Harmattan Wind Farm, Dhakla

    900

    Bookstone Partners

    Studienphase

    2.500

    Boujdour Wind Farm, Laayoune

    300

    MASEN 2), Nareva Enel Green Power

    Durchführung bis Dezember 2023

    330

    Jbel al Lahdid Wind Farm, Nähe Essaouira

    270

    ONEE 1), Nareva Enel Green Power

    Durchführung bis Dezember 2023

    230

    Ausbau Aftissat Wind Farm, Laayoune

    200

    Nareva Holding

    Durchführung bis Dezember 2023

    332

    Taza Wind Farm, Taza Al-Hoceima

    150

    ONEE 1)

    Durchführung bis Mai 2022

    120

    Tiskrad Wind Farm, Laayoune

    100

    ONEE 1)

    Durchführung bis März 2024

    115

    Tanger 2 Wind Farm, Tanger

    70

    ONEE 1)

    Durchführung bis Mai 2024

    80

    Ausbau Koudia Al Baida Wind Farm, El Koudia El Beida

    k.A.

    MASEN 2)

    Durchführung bis Juli 2024

    55

    1) Office National de l’Electricité et de l’Eau; 2) Moroccan Agency for Sustainable EnergyQuelle: Meed Projects; Recherchen von Germany Trade & Invest

    Europäischen kleinen und mittelgroßen Unternehmen bieten sich auf der einen Seite Lieferchancen für Komponenten und elektronisches Zubehör. Dabei ist allerdings zu beachten, dass im Bereich der Ausrüstungen ein vielversprechender, lokaler Zuliefermarkt in der Entstehungsphase ist. Dies ist im Sinne der Regierung. Daher ist die Einbeziehung marokkanischer Partner in Konsortien für öffentliche Projektausschreibungen gewünscht.

    Auf der anderen Seite sind Unternehmen mit Know-how gefragt, die bei der vollständigen Projektabwicklung beratend zur Seite stehen. Die Ausbildung qualifizierter Fachkräfte oder Wartung und Reparatur sind ebenso gefragte Geschäftsfelder. 

    Auf der einen Seite gilt die Atlantikküste des Königreichs als lukrativer Standort. Daneben entstehen auch erfolgreich Vorhaben im Süden oder im Norden (beispielsweise Tanger) des Landes. Das Gebiet der Westsahara gilt besonders als Anlaufstelle. Die Bodenbeschaffenheit sorgt dort für vergleichsweise hohe Windgeschwindigkeiten. Dort entstand beispielsweise der Windpark Tarfaya mit einer Kapazität von 300 Megawatt. Der Windpark Aftissat 1, etwa 50 Kilometer südlich der Stadt Boujdour, verfügt über eine installierte Leistung von 200 Megawatt.

    Ein Zukunftsprojekt plant Medienberichten zufolge das im Vereinigten Königreich ansässige Unternehmen Xlinks. Das Megavorhaben ist ein 10,5-Gigawatt Solar-plus-Wind-Projekt und soll in der Region Guelmim Oued Noun entstehen. Mehr als ein Drittel des erzeugten Stroms sollen nach Großbritannien exportiert werden. Gegenwärtig ist noch die Herausforderung, die erforderlichen behördlichen und staatlichen Genehmigungen zu erlangen. Laut Meed Datenbank sollen etwa 3,5 Gigawatt durch Windenergie bereitgestellt werden. Das allein könnte Investitionen von rund 4 Milliarden US$ erfordern.

    Auch das Offshore-Segment soll an Relevanz gewinnen

    Die Weltbank weist in einer Beurteilung über aufstrebende Windenergiemärkte auf Marokkos schlummerndes Potenzial im Offshore-Bereich hin. Wenn das Potenzial effizient genutzt werde, könnte das Königreich zu einem der wichtigsten Energieexporteure nach Europa avancieren. Die marokkanische Küste entlang des Atlantiks habe optimale Windgeschwindigkeiten in flachen und tiefen Gewässern.

    Mehrere Gebiete an der Westküste Marokkos seien für Offshore-Windkraftanlagen mit festem Fundament geeignet. Um das Potenzial ausschöpfen zu können, müsste allerdings in die Infrastruktur investiert werden. So könnte Strom in die Regionen Rabat und Casablanca transportiert werden, die einen hohen Energiebedarf aufweisen.

    Schließlich geht es nicht nur darum, das Ausland mit Strom zu versorgen. Auch im Inland wächst die Nachfrage nach grüner Energie. Gutes Beispiel dafür ist die marokkanische Eisenbahngesellschaft ONCF. Seit Januar 2022 bezieht ONCF den Strom für die Hochgeschwindigkeitszüge zwischen Rabat und Tanger ausschließlich aus Windenergie. ONCF hat mittlerweile ein Viertel des gesamten Energieverbrauchs auf EE umgestellt. Bis 2023 soll es die Hälfte werden.

    Projekte für grünen Wasserstoff

    Das Königreich will die Erfolge im Bereich der EE weiter ausbauen. Unter anderem im Rahmen der im Sommer 2020 geschlossenen Kooperationsvereinbarung zwischen Deutschland und Marokko soll grüner Wasserstoff vor Ort produziert und dann exportiert werden. Allgemein, und insbesondere im Bereich der EE, wird deutsches Know-how in Marokko wertgeschätzt. Seit 2012 existiert die Deutsch-Marokkanische Energiepartnerschaft (Parema).

    Die Power-to-X-Initiative dürfte eine Vielzahl an ausländischen Energieunternehmen auf den Plan rufen. Langsam nehmen die Investitionen in den Wasserstoffsektor Gestalt an. Speichertechnologien werden im Königreich zunehmend an Bedeutung gewinnen. Beispielsweise plant das schwedische Energiespeicherunternehmen Azelio zusammen mit dem marokkanischen Unternehmen Jet Energy für die kommenden Jahre die Durchführung von Energiespeicherprojekten in Marokko und im frankophonen Afrika.

    Abbau der Hürden bei der Netzeinspeisung gewünscht

    Marktchancen für kleine und mittelständische Unternehmen dürften sich generell im Bereich der EE durch die allgemeine Liberalisierung für die dezentrale Stromversorgung ergeben. Notwendige regulatorische Rahmenbedingungen dafür sind zum großen Teil geschaffen, auch wenn es an der Umsetzung noch hapert. Treibende Faktoren für gewerbliche Einheiten sowie Industriebetriebe sind der wachsende Energiebedarf sowie steigende Stromkosten.

    Das Gesetz 13-09, ergänzt durch das Gesetz 58-15, bietet die Möglichkeit, einen Teil der Eigenproduktion in das Netz einzuspeisen. Sollte die Umsetzung in den kommenden Jahren reibungsloser gestaltet werden, könnten Investoren mit größerer Flexibilität agieren. Dies gilt umso mehr, wenn die geplante Einspeisung ins Niederspannungsnetz realisiert wird. Dies dürfte das Potenzial für Kleinprojekte deutlich erhöhen.

    Von Michael Sauermost | Casablanca

  • Markthemmnisse

    Investoren würden mittelfristig Einspeisetarife begrüßen.

    Klarere Durchführungsbestimmungen gewünscht

    Während Marokko für Großprojekte bereits prestigeträchtige Erfolge verbuchen konnte, gestaltet sich das Geschäftsfeld für Branchenunternehmen, die in kleineren Privatprojekten aktiv sind, bislang als behäbig. So haben Installateure und Betreiber bei der praktischen Umsetzung ihrer Vorhaben bisweilen mit mangelnder Transparenz und Unsicherheiten zu kämpfen. Branchenvertretern zufolge sei dies vor allem bei Genehmigungsprozessen der Fall. Begrüßt wird allgemein der offizielle Wille, jedoch sei die Umsetzung nicht komplett durchdacht.

    Der marokkanische Energiemarkt durchlebt eine Entwicklungsphase. Daher können sich Bedingungen bei Netzanschlussregelungen, Vergütung sowie vertragliche und rechtliche Bestimmungen teilweise auch noch ändern. Diese Ungewissheit bewerten Unternehmen bislang noch als ein Problem. Insbesondere im Bereich der Nieder- und Mittelspannungsnetze wird ein Vergütungsschema vermisst. Für die Einführung von Einspeisevergütungen sei Marokko noch nicht weit genug, kritisieren Branchenvertreter. Allerdings wäre die Einführung der Einspeisetarife oder Smart Metering mit erheblichen Geschäftschancen für private Investoren verbunden.

    Die mangelnde Liquidität bei Privatkunden hemmt ebenfalls den  Sektor. Auch die Kreditaufnahme bei Geschäftsbanken für kleine und mittelgroße Geschäftsbanken sei kein Selbstläufer.

    Von Michael Sauermost | Casablanca

  • Branchenstruktur

    Wenige Branchenunternehmen geben den Ton an. Lokale Zulieferbranche entsteht.

    Übergeordneter Administrator für Großprojekte

    Die marokkanische Agentur für nachhaltige Energie MASEN steuert Großprojekte. Sie ist für die kompletten organisatorischen Abläufe zuständig und somit auch für die Ausschreibung und Auftragsvergabe bei Großvorhaben. Der Wettbewerb zwischen Projektentwicklern, Installateuren sowie Engineering, Procurement, Construction (EPC)-Unternehmen ist nicht stark. Internationale Unternehmen dominieren - in Kooperation mit lokalen Firmen - das Geschehen. Marokko folgt bei Großprojekten dem BOOT-Ansatz (Build-Own-Operate-Transfer). Den Zuschlag erhalten im Regelfall Entwickler mit dem Niedrigstgebot.

    Der übergeordnete Branchenverband für Elektrizität, Elektronik und Energie ist die Fédération Nationale de l´Électricité, de l´Électronique et des Energies Renouvables (FENELEC). Die Mitgliedsunternehmen mit EE-Schwerpunkt stammen aus den Bereichen Photovoltaik, Solarthermie und Windenergie.

    Wenn insbesondere im gewerblichen und industriellen Bereich neue Projekte entstehen, dürfte sich angesichts der bevorstehenden Entwicklung die Konkurrenzsituation in den kommenden Jahren noch ändern. Lokale Unternehmen könnten mittelfristig an Bedeutung gewinnen.

    Siemens Gamesa weitet Präsenz aus

    Das deutsch-spanische Unternehmen Siemens Gamesa Renewable Energy baut seine Präsenz auf dem lokalen Markt kontinuierlich aus und hat sich zum Marktführer vor Ort entwickelt. Das Unternehmen ist seit 2017 in Marokko präsent und betreibt derzeit acht Windparks in Marokko mit einer Gesamtleistung von mehr als 850 Megawatt. In naher Zukunft könnten die Stromerzeugungskapazitäten von Siemens Gamesa 1 Gigawatt in Marokko übertreffen.

    Unter anderem fallen Planung, Bau und Wartung der fünf Windparks in Midelt (150 Megawatt), Tanger (100 Megawatt), Jbel Lahdid (200 Megawatt), Tiskrad (300 Megawatt) und Cape Bojador (100 Megawatt) in das Portfolio. Im Jahr 2017 hat das Unternehmen eine Fabrik für Rotorblätter für Windturbinen in Betrieb genommen. Diese beliefert zusätzlich Auslandsmärkte. Außerdem hat der Betreiber den Auftrag für den im Süden Marokkos gelegenen Windpark Boujdour mit einer Gesamtleistung von 300 Megawatt erhalten. Dabei geht es um die Lieferung von Windkraftanlagen an das Konsortium aus dem marokkanischen Energieunternehmen Nareva und dem italienischen Energieunternehmen Enel Green Power.

    Das Unternehmen Enel Green Power-Nareva-Konsortium hat ebenfalls für den Windpark Jbel Lahdid den Zuschlag erhalten, der rund 25 Kilometer nordöstlich von Essaouira liegt. Die Inbetriebnahme soll laut ONEE schrittweise erfolgen und ab der ersten Hälfte des Jahres 2023 beginnen. Insgesamt gibt es bei mittlerweile fünf Projekten eine Technologiepartnerschaft zwischen dem Konsortium und Siemens Gamesa Renewable Energy.

    Weitere Mitstreiter aktiv

    Als Zulieferer für Windturbinen ist ebenfalls das Unternehmen GE Renewable Energy aktiv. Von Energie Eolienne du Maroc (EEM), einer Tochtergesellschaft der Nareva Holding, erhielt es 2021 den Lieferauftrag für 40 Onshore-Windturbinen. Dies war mit der Erweiterung des 200-Megawatt-Onshore-Windparks Aftissat verbunden.

    Als erfolgreicher Mitstreiter bei der Herstellung von Masten für Windkraftanlagen hat sich laut L´Économiste die Firma O´Tube bereits einen Namen gemacht. Dabei handelt es sich um ein Tochterunternehmen des Baukonzerns Delta Holding. Im Rahmen des Projekts Midelt lieferte die Firma im Jahr 2000 insgesamt 15 Windtürme. Das 2019 entstandene Werk ist in der Nähe des Hafens Jorf Lasfar positioniert und verfügt mittlerweile über eine Jahreskapazität von bis zu 100 Windkraftmasten.

    Von Michael Sauermost | Casablanca

  • Kontaktadressen

    Bezeichnung

    Anmerkungen

    Germany Trade & Invest

    Außenhandelsinformationen für die deutsche Exportwirtschaft, auch Hinweise zu Ausschreibungen

    Exportinitiative Energie

    Informationen zu Veranstaltungen, Markt- und Länderinformationen

    Factsheets der Exportinitiative Energie

    Factsheets mit allgemeinen Energieinformationen zum Land (teilweise mit Technologie- oder Anwendungsfokus)

    AHK Marokko

    Anlaufstelle für deutsche Unternehmen

    Ministère de l’Energie, des Mines, de l’Eau et de l’Environnement

    Ministerium für Energie, Bergbau, Wasser und Umwelt

    Office National de l'Electricité et de l'Eau Potable (ONEE)

    Nationale Behörde zur Strom- und Wasserversorgung

    Moroccan Agency for Sustainable Energy (MASEN)

    Marokkanische Agentur für nachhaltige Energie 

    Institut de recherche en energie solaire et energies nouvelles (IRISEN)

    Forschungsinstitut zu erneuerbaren Energien

    Association Marocaine des Industries Solaires et Eoliennes  (AMISOLE)

    Marokkanischer Branchenverband für Solar- und Windenergie

    Société d'Ingénierie Énergétique (SIE)

    Organistation zur Unterstützung von Energieprojekten

    Agence Marocaine pour l´Efficacité Energétique (AMEE)

    Marokkanische Förderagentur für Energieeffizienz und Erneuerbare Energien

    Fédération Nationale de l'Electricité, de l'Electronique et des Energies Renouvelables

    Verband für Elektrizität, Elektronik und erneuerbare Energien

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