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E-Mobility

Die Elektromobilität nimmt in Mexiko zu - trotz nur geringer staatlicher Förderung und einem noch lückenhaften Netz an Ladestationen.

Von Edwin Schuh | Mexiko-Stadt

Die Verbreitung von Elektro- und Hybridautos nimmt in Mexiko Fahrt auf. Der Absatz dieser Fahrzeuge stieg 2024 um 67,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nach Wachstumsraten von 45,5 Prozent (2023) und 8,5 Prozent (2022). Schon jetzt kommen Elektro- und Hybridautos auf einen Marktanteil von 8,3 Prozent an den gesamten Pkw-Verkäufen, Tendenz steigend.

Hybridfahrzeuge machen das Rennen

Besonders beliebt sind Vollhybridfahrzeuge, auf die 2024 rund drei Viertel der Verkäufe in der Kategorie entfielen. Es folgten reine Elektroautos (20 Prozent Anteil) und Fahrzeuge mit Plug-in-Hybrid-Antrieb (6 Prozent).

Asiatische Hersteller wie Toyota, Honda, Kia und Hyundai haben bereits erfolgreich Hybridmodelle auf den mexikanischen Markt gebracht, wie etwa den Toyota RAV4 Hybrid. Bei reinen Elektrofahrzeugen dürften Tesla und BYD vorne liegen, doch geben diese Unternehmen keine Verkaufszahlen für Mexiko heraus. Volkswagen will 2025 den ID.4 nach Mexiko bringen.

Anfang 2025 machte die mexikanische Regierung Pläne für staatliche, lokal gefertigte Elektroautos unter der Marke Olinia publik. Sie sollen kostengünstig sein und sich insbesondere für die Fortbewegung innerhalb ärmerer, dicht besiedelter Stadtviertel eignen. Kritiker halten das Unterfangen eines staatlichen Automobilherstellers für nicht zeitgemäß und befürchten finanzielle Verluste. Zudem sei ein lokales Zuliefernetz für Elektroautos nur zum Teil vorhanden. Batterien etwa werden nicht in Mexiko hergestellt. Das erste Olinia-Modell soll beim Eröffnungsspiel der Fußball-WM 2026 vorgestellt werden.

Der Kauf von E-Autos wird steuerlich gefördert

Mexiko hat sich auf der 27. UN-Klimakonferenz dem Ziel angeschlossen, dass bis 2030 mindestens die Hälfte aller neu verkauften Autos emissionsfrei sein soll. Spätestens 2050 soll der Anteil an den Verkäufen 100 Prozent erreichen. Aktuell bestehen folgende Kaufanreize für Elektro- und Hybridautos:

  • 25 Prozent des Kaufpreises können steuerlich abgesetzt werden (Ley del Impuesto sobre la Renta, ISR), die Obergrenze dafür liegt bei 250.000 mexikanischen Pesos (mex$; umgerechnet rund 12.200 US-Dollar (US$));
  • Mehrwertsteuer beim Kauf eines neuen Fahrzeuges (Impuesto sobre Automóviles Nuevos, ISAN) entfällt;
  • Befreiung von der jährlichen Kfz-Steuer ("tenencia") in Mexiko-Stadt und anderen Bundesstaaten;
  • Weitere Vorteile wie erleichterte Parkmöglichkeiten, günstigere Mauttarife und keine Einschränkungen an Tagen mit Fahrverbot wegen erhöhter Ozonwerte.

Kaum grüner Strom an den Ladestationen 

Gemäß dem Branchenverband EMA (Electromovilidad Asociación) waren in Mexiko Ende 2024 landesweit rund 3.300 öffentliche Ladestationen installiert. Daneben gab es knapp 40.000 private Ladepositionen in Wohn- und Bürogebäuden und auf Firmengeländen. Gerade auf Strecken außerhalb der Metropolen ist die Ladeinfrastruktur jedoch noch unzureichend ausgebaut.

Das Unternehmen Evergo investiert derzeit 400 Millionen US$ in Mexiko, um bis 2033 landesweit 15.000 Ladestationen zu errichten. Dabei kooperiert Evergo auch mit Herstellern von Elektroautos, unter anderem mit BMW. Allerdings darf gemäß geltendem Recht nur der staatliche Energieversorger CFE Strom an private Endkunden verkaufen, weshalb Evergo an den Konzern gebunden ist. CFE produziert seine Elektrizität zu rund 70 Prozent aus fossilen Brennstoffen.

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