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Rahmenbedingungen
Bei öffentlichen Ausschreibungen müssen ausländische Unternehmen auf local content Vorschriften achten.
28.02.2025
Von Daniel Lenkeit | Sydney
Das Ausschreibungsverfahren in Australien ist recht komplex, vor allem wegen zum Teil unterschiedlicher Anforderungen und Vorgaben einzelner Bundesstaaten. Die Datenbank AusTender gibt eine Übersicht über Ausschreibungen und Beschaffungen der australischen Regierung. Daneben gibt es von jedem Bundesstaat eigene Datenbanken für Ausschreibungsverfahren.
Komplexe Ausschreibungsregeln, gutes Zahlungsverhalten
Öffentliche Ausschreibungen enthalten häufig Vorschriften für einen verbindlichen Inlandsanteil. Auch eine Sonderbehandlung von lokal ansässigen kleinen und mittleren Unternehmen ist üblich. Im Bundesstaat Victoria gilt beispielsweise die Local Jobs First Policy, in New South Wales (NSW) gibt es das "NSW Government Procurement Policy Framework", das lokale Beschaffung fördert.
Auch Queensland und Western Australia haben ähnliche Bestimmungen. In Queensland zielt die "Queensland Charter for Local Content", in Western Australia die "Western Australian Industry Participation Strategy" (WAIPS) darauf ab, die Beteiligung lokaler Unternehmen an staatlich finanzierten Projekten zu maximieren. Deutsche Unternehmen, die in Australien tätig werden möchten, sollten die spezifischen Richtlinien des jeweiligen Bundesstaats sorgfältig prüfen, um sicherzustellen, dass sie die lokalen Vorschriften einhalten.
Das Zahlungsverhalten in der australischen Bauwirtschaft ist insgesamt zuverlässig. Von staatlicher Seite veröffentlicht der Payment Times Reporting Regulator regelmäßig Datensätze, welche die Zahlungsmoral von großen Bauunternehmen abbildet.
Herausforderung bei Fachkräften
Die Entwicklung des Fachkräfteangebots gewinnt in Australien an Bedeutung. Unternehmen und Verbände bemerken anhaltende Schwierigkeiten, qualifizierte Arbeitskräfte zu finden. Der Ausbau der Qualifikation von Mitarbeitern wird unter anderem durch staatliche und branchenspezifische Initiativen unterstützt.
Diese Initiativen reichen von finanziellen Anreizen und gezielten Einstellungsprogrammen bis hin zu von der Industrie finanzierten Ausbildungsprogrammen. Es ist eine koordinierte Anstrengung von Regierung und Bauindustrie, um nicht nur die vorhandenen Arbeitskräfte weiterzubilden, sondern auch neue Talente für den Bau- und Gebäudesektor zu gewinnen.
GTAI stellt ausführliche Informationen zum Wirtschafts- und Steuerrecht sowie zu Einfuhrregelungen, Zöllen und nichttarifären Handelshemmnissen zur Verfügung.