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Branchen | Polen | Nutzfahrzeuge

Stellenabbau bei MAN in Polen

Der Nutzfahrzeughersteller MAN streicht 860 Stellen im polnischen Starachowice. Als Grund nennt das Unternehmen die kriselnde Bus-Sparte.

Von Christopher Fuß | Warschau

In einer Pressemitteilung der MAN Truck & Bus SE heißt es, die Zahl der verkauften Busse sei von 7.400 Stück im Jahr 2019 auf 4.600 Stück im Jahr 2021 zurückgegangen. Ein Ende der Talfahrt scheint nicht in Sicht. Zwischen Januar und September 2022 verkaufte MAN laut eigenen Angaben nur noch 2.800 Busse.

Das Unternehmen rechnet mit einer langfristigen Absatzflaute. Grund dafür sei der Krieg in der Ukraine. Er treibe die Preise für Materialien und für Energie nach oben. MAN reagiert auf die sinkende Nachfrage und drosselt die Produktion. Anstelle von zwöl Bussen täglich, wie bisher, sollen in Starachowice nur noch acht Fahrzeuge pro Tag vom Band rollen. Als Folge muss rund ein Drittel der Belegschaft gehen. Der Konzern will den betroffenen Mitarbeitern neue Stellen anbieten, beispielsweise im Lkw-Werk in Krakau.

Insgesamt verliert der Bus-Markt in Polen an Volumen. Das zeigen Untersuchungen des polnischen Fahrzeugverbandes PZPM (Polski Związek Przemysłu Motoryzacyjnego). Die Zahl der neu zugelassenen Busse sank zwischen Januar und September 2022 um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Potenzial haben Elektro- und Wasserstoffbusse. Polen verfügt hier, dank Herstellern wie Solaris, über eigene Kompetenzen. Gemeinden können sich beim staatlichen Umweltfonds NFOŚiGW (Narodowy Fundusz Ochrony Środowiska i Gospodarki Wodnej) Teile der Kosten für emissionsarme Busse zurückholen. Großstädte klagen hingegen über ausbleibende EU-Gelder für den öffentlichen Nahverkehr.

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