Wirtschaftsumfeld | Tansania | Investitionsförderung
Perspektiven für ausländische Direktinvestitionen
Ein wachsender Binnenmarkt, Mineralienreserven, Gasvorkommen sowie Potenzial in der Landwirtschaft und im Tourismus machen Tansania für Investitionen interessant.
19.01.2023
Von Carsten Ehlers | Nairobi
Da die Konjunkturaussichten für 2023 wieder etwas positiver ausfallen, verbessert sich auch das Umfeld für Investitionen (siehe hierzu GTAI-Wirtschaftsausblick). Erfreuliche Auswirkungen auf die Stimmung der Unternehmen und die Investitionstätigkeit im Lande hat die wirtschaftsfreundliche Politik der seit dem Jahr 2021 regierenden Präsidentin Samia Suluhu Hassan. Sie gilt als pragmatische Politikerin, die der Privatwirtschaft deutlich mehr Wertschätzung entgegenbringt als ihr Vorgänger. An Investitionsmöglichkeiten mangelt es dem Land nicht. Neben dem Dienstleistungssektor, insbesondere dem Tourismus, stechen vor allem der Baubereich, die Herstellung von Konsumgütern insbesondere Nahrungsmitteln, der Bergbau und die Gasförderung heraus.
Bausektor: Staat führt Mammutprojekte durch
Der kenianische Bausektor profitiert von zahlreichen staatlichen Infrastrukturprojekten in den Bereichen Transport, Energie, Wasser und im sozialen Wohnungsbau. Auch im privaten Hochbau herrscht Dynamik. In Daressalam werden immer wieder hochwertige Wohn- und Bürogebäude, Einkaufszentren und Krankenhäuser gebaut.Einen Bauboom erlebt die sansibarische Hauptinsel Unguja: Dort entstehen zahlreiche größere Hotels und auch im Wohnungsbau herrscht große Aktivität, insbesondere in der Inselhauptstadt Stone Town.
Konsumgüter: Bevölkerungszuwachs garantiert steigenden Bedarf
Chancenreich ist zudem der Konsumgütermarkt, vor allem dank eines jährlichen Bevölkerungszuwachses von etwa 1,8 Millionen Menschen und einer immer größer werdenden zahlungskräftigen Mittelschicht. Investitionen werden unter anderem in der Landwirtschaft und der Nahrungsmittelindustrie getätigt. Auch die Agrarproduktion für den Export (Kaffee, Tee, Hortikultur) wächst.
Bergbau: Chancen bei Gold, Grafit, Nickel und Kohle
Potenzial für weitere Investitionen besteht auch im Bergbau vor allem bei Gold, Grafit, Kohle und Nickel. Für Zurückhaltung bei den Mineninvestoren sorgte lange das Bergbaugesetz (Minerals Act), welches dem Staat einen Mindestanteil an den Minen einräumt. Gleichwohl nehmen die Aktivitäten im Bergbau gegenwärtig zu, wohl auch aufgrund gestiegener Rohstoffpreise. Bewegung könnte auch in die Gasförderung vor der tansanischen Küste kommen, wo einige Fördergesellschaften Offshore-Konzessionen halten. Seit Jahren ist geplant, einen Flüssiggas-Terminal in Lindi zu bauen, wo das Gas verarbeitet und dann verschifft werden kann.
Deutsche Unternehmen investieren unter anderem im Baustoffsektor
Wie die meisten ausländischen Unternehmen betreiben auch deutsche Firmen ihre Niederlassungen vor allem im Wirtschaftszentrum Daressalam. Zwei deutsche Akteure sind dort im Baustoffsektor als Investoren präsent: HeidelbergCement ist Mehrheitseigner am lokalen Zementhersteller Tanzania Portland Cement und Knauf produziert seit 2015 Gipsplatten für Gebäude und baut den Rohstoff in einer eigenen Gipsgrube ab.
Als Bürostandort wurde in den vergangenen Jahren die Halbinsel Masaki immer attraktiver, weil im Stadtzentrum Daressalams der Verkehr deutlich zunahm. Die 2022 eröffnete Selander-Brücke entlastet den Verkehr wieder deutlich und macht das Zentrum für Büroansiedlungen wieder interessanter. Außerhalb Daressalams sind zudem Unternehmen ansässig, die Farmen, Minen oder Touristenlodges betreiben.
Art der Immobilie (hierfür bevorzugte Stadtteile) | in US$ je qm |
---|---|
Büro
| 20-25 18-23 12-20 |
Industriezonen
| 5-7 5-7 5-10 |
Indikator | 2019 | 2020 | 2021 |
---|---|---|---|
Kumulierter Bestand | 15.546 | 16.231 | 17.153 |
Nettotransfers | 1.217 | 685 | 922 |
Indikator | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 |
---|---|---|---|---|
Kumulierter Bestand | 116 | 119 | 129 | - |
Nettotransfers (Zunahme: +) | -22 | +27 | +36 | +9 |